13. Oktober 2026
„Stadtteilflüsterinnen“ gewinnen Deutschen Nachbarschaftspreis 2026
Das Frankfurter Programm „Stadtteilflüsterinnen“ ist hessisches Siegerprojekt des Deutschen Nachbarschaftspreises 2026. Aus einer Idee des Quartiersmanagements im Stadtteil Preungesheim ist ein Projekt geworden, das Frauen im Quartier miteinander verbindet, sensible Anliegen sichtbar macht und Bewohnerinnen ermutigt, ihre Nachbarschaft selbst mitzugestalten.
Eine gute Nachbarschaft beginnt oft mit einem Gespräch. Auf dem Markt, vor dem Supermarkt, auf dem Spielplatz oder einfach unterwegs im Stadtteil. Genau dort sind die Stadtteilflüsterinnen unterwegs. Sie sprechen ihre Nachbarinnen an, hören zu, informieren über Angebote und vermitteln Kontakte – persönlich, unkompliziert und in verschiedenen Sprachen.
Für dieses Engagement sind die „Stadtteilflüsterinnen“ jetzt mit dem Deutschen Nachbarschaftspreis ausgezeichnet worden. Der Preis würdigt Projekte, die sich für lebendige Nachbarschaften einsetzen und das Miteinander vor Ort stärken. Damit gehört das Projekt zu den 16 Landessiegerprojekten des bundesweiten Wettbewerbs.
„Als wir die Stadtteilflüsterinnen entwickelt haben, war uns wichtig, Menschen dort zu erreichen, wo sie leben – und über Frauen, denen sie vertrauen. Die Auszeichnung zeigt, wie viel entstehen kann, wenn Menschen im Stadtteil selbst zu aktiven Gestalterinnen werden.“

Von Preungesheim in weitere Quartiere
Entwickelt wurde das Projekt im Quartiersmanagement Preungesheim der Diakonie Frankfurt und Offenbach. Die Idee: Frauen aus dem Stadtteil sollten andere Frauen und Familien direkt erreichen – dort, wo sie leben und unterwegs sind. Die Commerzbank-Stiftung fand den Ansatz überzeugend und war von Beginn an bereit, das Projekt finanziell zu unterstützen.
So konnten die ersten Stadtteilflüsterinnen gewonnen und qualifiziert werden. Sie sind selbst im Stadtteil verwurzelt, sprechen unterschiedliche Sprachen und kennen die Lebensrealitäten der Menschen vor Ort. Dadurch entstehen Zugänge, die über klassische Informations- und Beratungsangebote häufig nicht möglich sind.
Inzwischen geht die Idee über Preungesheim hinaus. Seit Januar 2026 wird das Projekt von der Crespo Foundation unterstützt und im Rahmen des Programms „Aktive Nachbarschaft“ der Stadt Frankfurt über das Jugend- und Sozialamt nach Ginnheim und Zeilsheim übertragen. Auch im Frankfurter Bahnhofsviertel ist das Konzept neu angekommen. Dort wurden die Stadtteilflüsterinnen an das Familienzentrum FAMOS, gefördert von der Stiftungsallianz Bahnhofsviertel und der Commerzbank-Stiftung, angebunden.
Eine Erfolgsgeschichte für SABA
Die aktuelle Projektkoordinatorin Andrea Munzert initiierte die Stadtteilflüsterinnen gemeinsam mit Geysa da Silva, die von 2018 bis 2021 SABA-Stipendiatin war. Mit dem Bildungsprogramm gelang es da Silva, Realschulabschluss und Fachabitur zu absolvieren. Danach studierte sie Soziale Arbeit und baute die Stadtteilflüsterinnen Preungesheim als erste Projektkoordinatorin auf. Inzwischen ist sie als Quartiersmanagerin für den Stadtteil Bonames tätig.
Am 17. November 2026 werden die 16 Landessiegerprojekte bei der Preisverleihung in Berlin geehrt.