7. September 2026

Sachsen-Anhalt weitet das Leseband aus

Lesekompetenz systematisch stärken

Lesen hilft dabei, sich in einer zunehmend komplexen Welt zurechtzufinden, die eigene Zukunft mitzugestalten und selbstbestimmt zu handeln. Genau diese Form von Selbstbestimmung wünschen wir uns für jedes Kind. Deshalb freuen wir uns sehr, dass es uns in der letzten Woche gelungen ist, gemeinsam mit dem Ministerium für Bildung und dem Landesinstitut für Schulqualität und Lehrerbildung Sachsen-Anhalt (LISA) die Ausweitung des Lesebandes in Sachsen-Anhalt auf den Weg zu bringen.

Das Leseband wurde im vergangenen Schuljahr zunächst an 14 Grundschulen in Sachsen-Anhalt erprobt: Die Erfahrungen aus der Pilotphase waren durchweg positiv. Zum Auftakt des neuen Schuljahres haben sich bereits 45 Schulen angemeldet. Ziel ist es, das Leseband innerhalb von drei Jahren freiwillig an bis zu 140 Grundschulen in Sachsen-Anhalt einzuführen. Das Landesinstitut für Schulqualität und Lehrerbildung Sachsen-Anhalt (LISA) begleitet die Schulen dabei fachlich.

Die Einführung umfasst die Qualifizierung und Begleitung von Lehrkräften, die Bereitstellung geeigneter Materialien sowie den Aufbau der Unterstützungsstrukturen, die für eine nachhaltige Umsetzung erforderlich sind.

Möglich wird die Ausweitung auch durch die Zusammenarbeit der Crespo Foundation mit der Auridis Stiftung gGmbH. Uns verbindet das Ziel, Kindern bessere Entwicklungs- und Bildungschancen zu ermöglichen und wirksame Ansätze langfristig zu stärken.

„Lesen ist eine Schlüsselkompetenz für Bildung und Teilhabe. Mit dem Leseband geben wir den Schulen ein wirksames und praxisnahes Instrument an die Hand, um die Lesefähigkeiten unserer Kinder systematisch und nachhaltig zu stärken. Unser Ziel ist klar: Jedes Kind soll die Chance bekommen, sicher und mit Freude zu lesen.“

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Bildungsminister Jan Riedel bei der Pressekonferenz am 3.9.2026 (Foto: Matthias Sasse)

Über das Leseband

Jedes vierte Kind in Deutschland lernt nicht richtig lesen. 2022 erreichten 32,50 Prozent der Neuntklässler:innen nicht den Mindeststandard, 16 Prozent mehr als sieben Jahre zuvor. Auch die Lesekompetenz der Grundschüler:innen sinkt seit Jahren. Und nach wie vor ist der Zusammenhang zwischen Herkunft und Zukunft hoch: Benachteiligte Kinder erreichen im Schnitt niedrigere Kompetenzniveaus.

Genau hier setzt das Leseband an: Es verankert das regelmäßiges Lesetraining fest im Schulalltag: Rund 20 Minuten üben die Kinder gezielt ihre Leseflüssigkeit – eine wichtige Grundlage für Textverständnis und erfolgreiches Lernen. Ein zentraler Erfolgsfaktor ist die Verbindlichkeit. Lesen wird nicht dem Zufall überlassen, sondern findet jeden Tag fächerübergreifend statt. Die Kinder lesen gemeinsam und arbeiten mit wissenschaftlich fundierten Lautleseverfahren.

Inzwischen wird das Leseband in mindestens 13 Bundesländern umgesetzt. Insbesondere Hamburg hat gezeigt, welches Potenzial in diesem Ansatz steckt. Im IQB-Ländervergleich hat sich Hamburg beim Lesen vom drittletzten Platz im Jahr 2011 auf den drittbesten Platz im Jahr 2021 verbessert. Als ein wichtiger Baustein dieser Entwicklung gilt die systematische Leseförderung mit dem Leseband, die dort über viele Jahre hinweg aufgebaut und unter der Leitung von Prof. Steffen Gailberger wissenschaftlich begleitet wurde.

Genau dieser langfristige und strukturierte Ansatz überzeugt uns – die Crespo Foundation – am  Leseband. Es handelt sich nicht um eine kurzfristige Maßnahme, sondern um ein Konzept, das Leseförderung dauerhaft im Schulalltag verankert.

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Thomas Schödel, Direktor des Landesinstituts für Schulqualität und Lehrerbildung, Marie Ortsiefer, Crespo Foundation und Bildungsminister Jan Riedel bei der Pressekonferenz am 3. September

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Leseband-Materialien