Ausstellung „The Glenkeen Variations: Aftergrowth“
Open Space
Crespo Haus
Weißfrauenstraße 1–3
60311 Frankfurt
Eintritt frei

„Gärtnern ist ein Bekenntnis zur Zukunft“, schrieb Derek Jarman, während er sein Kieselgrundstück in Dungeness bestellte, „blind wie jeder Akt des Glaubens.“ Aus einem ähnlichen, der Zukunft zugewandten Bekenntnis ist Glenkeen Garden erwachsen – „schönes Tal“ auf Irisch. Über zwanzig Jahre hinweg verwandelte die Fotografin und Gründerin der Crespo Foundation, Ulrike Crespo (1950–2019), ein Stück feuchtes Weideland hoch über der Roaringwater Bay an der Südwestküste Irlands in einen weitläufigen Landschaftsgarten, halb kultiviert, halb der Wildnis überlassen. Ihr Wunsch war es, dass dieser Ort auch nach ihrem Tod ein Raum der Kontemplation, des kreativen Experimentierens und der Begegnung bleibe. Seit 2021 bringt Glenkeen Garden Künstler:innen, Autor:innen, Musiker:innen, Denker:innen und Gärtner:innen zusammen, die in Glenkeen Garden eintauchen und weiterhin für ihn sorgen. Nicht bloß als Geste der Bewahrung, sondern als eine, die auf künftige Begegnungen weist, auf neue Beziehungen und auf Formen des Zusammenseins, die noch keine Gestalt angenommen haben.
Das Artist-in-Residence-Programm, das aus diesem Wunsch hervorging, ist ebenso sehr ein Kontext der Orientierung wie des Schaffens. Unter dem Thema „ArtNature/NatureArt“ fragt es, wie sich Kunst und Natur – oder Mensch und Natur – im Zeitalter des Anthropozäns wechselseitig bedingen und welche neuen Perspektiven aus den oft übersehenen ländlichen Rändern Europas gewinnen lassen. In Duos und Kollektiven verbrachten die hier vorgestellten Künstler:innen zwischen 2024 und 2025 bis zu drei Monate im Garten, im Herbst oder im Frühjahr. Mit der Zeit hört der Garten auf, einem fixen, bildschönen Motiv zu gleichen, und offenbart sich als ein Beziehungsgeflecht in ständiger Bewegung: Gezeiten, die den Uferstreifen verschlingen und wieder freigeben, Äste, die sich im Atlantikwind biegen und verhärten, Früchte, die reifen und dort verrotten, wo sie fallen.
Die hier versammelten Arbeiten sind aus dieser Art von Zeit erwachsen. Duft, Moose und feste Kreisläufe. Immersion, Mimikry und Angst vor Radioaktivität. Ferienhäuser, botháin dóibe (Lehmhütten) und Häuser aus Wind. Indem sie die Frequenzen der Region in Musik und Tanz, Video und computergenerierte Bilder, Zeichnung und Malerei aufgreifen, widerhallen lassen und neu mischen, bilden sie eine Konstellation von Glenkeen-Variationen.
Eröffnung
Donnerstag, 15. Oktober 2026
An diesen Tagen bleibt die Ausstellung geschlossen
Freitag, 13. November bis Montag, 16. November
Freitag, 20. November
Donnerstag, 26. November, nur bis 18 Uhr
Freitag, 27. November
Samstag, 28. November
Montag, 21. Dezember bis Sonntag, 3. Januar