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Foto: Jason Lee

David Habets, Eva Posas und Biguzaa Habets-Posas sind Mitglieder des Mbuchi Collective, eines transkontinentalen Kollektivs von Künstler:innen und Forscher:innen. Verwurzelt zwischen Mexiko und den Niederlanden verwebt ihre Praxis Binnizá-Erbe und europäische Narrative. Durch räumliche Installationen, Live-Radio, öffentliche Programme, kuratorische Forschung und spielerische Ansätze bewegt sich Mbuchi durch sprachliche und kognitive Territorien und kartiert die Winde, die Erinnerung, Identität und Sprache tragen.

Eva Posas ist Kuratorin, Autorin und Herausgeberin. Ihre Arbeit hat sich an der Schnittstelle von kuratorischen und editorischen Praktiken, Sprachpolitik, nicht-westlichen Imaginationen, der Kraft von Subtilität sowie intergenerationellem Gedächtnis als Form von Widerstand und Reflexion entwickelt. Sie ist Initiatorin von Xigagueta, einem Programm für Kunst, Schreiben und Denken aus dem Binnizá-Gebiet, sowie Autorin von „Mbuchi: Turtle Words. On Forbidden Mother Tongues“, erschienen 2024 bei PrintRoom in den Niederlanden. Seit 2024 ist sie Kuratorin von Resquicio im Casa de Lago, UNAM, und ab 2026 leitet sie den Masterstudiengang Phantom Scores am Sandberg Instituut. Sie hat einen Hintergrund in Germanistik; zudem betreibt sie Forschung und Vermittlung im Zusammenhang mit der Binnizá-Kultur.

Mit Interesse an kollektiven Lernprozessen war Posas von 2019 bis 2024 Teil des Teams von Materia Abierta. Gemeinsam mit Mônica Hoff kuratierte sie 2021 die Ausgabe „Ni apocalipsis ni paraíso“. Von 2020 bis 2021 war sie als Kuratorin in Residence an der Jan van Eyck Academie tätig und von 2022 bis 2023 Fellow am Nieuwe Instituut. Von 2012 bis 2018 war sie als Editorial Director und Kuratorin bei Fundación Alumnos47 tätig, wo sie die Rolle des Publizierens als soziale Provokation, Gegen-Narrative, die Schnittstelle von öffentlichen und privaten Räumen sowie Editieren als subversive Methodik untersuchte. 2019 und 2020 konzipierte und kuratierte sie Reading Material, ein Programm innerhalb der Material Art Fair. Sie hat mit verschiedenen Institutionen in Mexiko-Stadt, Guatemala, Bogotá, Gateshead, Rotterdam, Amsterdam, Basel, Zürich, Berlin, Kopenhagen, Venedig, Los Angeles und New York zusammengearbeitet.

Habets’ Praxis konzentriert sich auf ortsbezogene Installationen und die Inszenierung materieller Performances. Er arbeitet an der Schnittstelle von bildender Kunst, Landschaftsarchitektur und Philosophie. In den letzten fünfzehn Jahren hat Habets als Kernmitglied von RAAAF eine Reihe großformatiger ortsspezifischer Arbeiten realisiert („Still Life“, „Deltawork //“, „Hidden Worlds“, „Intensive Care“, u.a.). Aufbauend auf seinem Hintergrund in Physik und Landschaftsarchitektur ist seine Arbeit in Kollaboration verankert. Habets’ Arbeit thematisiert mentale und physische Verschmutzung durch fragile, temporäre Installationen, die im Laufe der Zeit zerfallen, sich auflösen oder fortgespült werden. Er hat mehrere Kunst-/Wissenschaftskollektive gegründet und ist in ihnen aktiv, um Themen von Flechten (WAAE) über Zoos (ZOOOF) bis hin zu Ressourcenerschöpfung (LiCo) zu erforschen, in enger Zusammenarbeit mit Architekt:innen, Lichenolog:innen, Anthropolog:innen und Politikwissenschaftler:innen.
Zu den jüngsten Arbeiten zählen kollaborative Installationen, Performances und Zeichnungen gemeinsam mit der Künstlerin Marriët Zwaan (Amsterdam), dem Performer Antonio Ianiello (Rom), RAAAF (bei Cappadox in der Türkei) sowie am Jan van Eyck (Maastricht). Seine Arbeit brachte ihm Einladungen an das HKW in Berlin und in das Art/Science-Programm der Royal Netherlands Academy of Arts and Sciences (KNAW) ein, ebenso ein Fellowship an der van Eyck Academy sowie ein PhD-Forschungsprojekt in Kunst und Philosophie an der psychiatrischen Abteilung des AMC mit dem Titel „Landscapes of Stress“.