Vernissage „Gemischte Tüte“ – eine Werkschau des Künstlers Jan Lotter und der Schüler*innen der IGS Wollenbergschule in Wetter aus einem Jahr „Das fliegende Künstlerzimmer“ – noch bis zum 30.06.2019 im Nassauischen Kunstverein Wiesbaden

Selbstgebraute Limonade in den Schulfarben Blau und Weiß, eine Eingangstür in Eis-Form, ein auf Schallplatte gepresster Housetrack und die dazu gehörende Performance mit Herzschlag-Impulsen der Schüler*innen, Graffiti-„Tags“ und riesige Plakate, gemischte Tüten mit allerlei Süßem, eine gigantische Fotowand, ein mobiles Fußballtor … Das und noch viel mehr hat die Besucher*innen der Vernissage am letzten Dienstag erwartet.

Rund 120 Schüler*innen waren eigens aus dem mittelhessischen Städtchen Wetter im Bus zur Ausstellungseröffnung der „Gemischten Tüte“ nach Wiesbaden gereist. Weitere Schüler*innen einer 7. Klasse hatten – gemeinsam mit dem Künstler Jan Lotter – sogar bereits die Nacht im Nassauischen Kunstverein Wiesbaden verbracht, um letzte Vorbereitungen zu treffen und selbst noch einmal Hand anzulegen.

„Das Tollste an dem einen Jahr fliegendes Künstlerzimmer war Jan!“, brachte es ein Schüler der IGS Wollenbergschule Wetter auf den Punkt. Jan habe es den Kindern und Jugendlichen ermöglicht, ihre eigenen Ideen und Talente zu entfalten, ohne Vorgaben zu machen wie „Mal dies!“, oder „Bastel jenes!“. 

„Dank Jan konnten wir so richtig die Kunst machen, auf die wir Lust hatten, weil Jan unsere Wünsche ernst genommen und dann gemeinsam mit uns unsere Ideen umgesetzt hat“, so ein anderer Schüler. Für den deutsch-kolumbianischen Künstler Jan Lotter sei es vor allem darum gegangen, mit den Kindern und Jugendlichen zu gestalten, ohne ein konkretes Ziel vor Augen zu haben oder gar zu wissen, wohin die Reise am Ende tatsächliche gehe, so Lotter.

Hessens Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz betonte: „Das fliegende Künstlerzimmer zeigt eindrucksvoll, wie Schüler*innen auch im ländlichen Raum über ein ganzes Schuljahr hinweg mit einem Künstler zusammenarbeiten können. Jan Lotter ist es gelungen, die Lust und Freude an der Kunst zu wecken und gemeinsam mit der Schulgemeinde neue Unterrichtskonzepte zu entwickeln. Dank ästhetischer Zugänge in allen Fächern wurden Lerninhalte neu erschlossen. Die Kunst wirkt dadurch nachhaltig auf die gesamte Schulentwicklung.“

Über ein gesamtes Schuljahr hinweg hat der Künstler Jan Lotter als Artist-in-Residence auf dem Schulhof der IGS Wollenbergschule im „Fliegenden Künstlerzimmer“ gelebt und gearbeitet. Das mobile, von den Architekten Prof. Dr. Michel Müller und Prof. Nikolaus Hirsch eigens dafür entworfenen Atelier – in der Werkschau als Modell zu bestaunen – ist in dieser Zeit zum kreativen Lern- und Lebensraum der Schüler*innen, ihrer Lehrer*innen und des Künstlers selbst geworden.

Noch bis zum 30. Juni 2019 haben Besucher*innen Gelegenheit, sich von Werken wie „CAN YOU FEEL IT“, „ZAHNSEIDE-ALARM“, „OH YEAH“ oder „WO RIECHT ES BESSER – DISKO ODER KIRCHE“ mitreißen und begeistern zu lassen. Dann heißt es Abschied nehmen: von einem Jahr „Das fliegende Künstlerzimmer“ und einem Jahr Jan Lotter. Denn dann zieht das „Fliegende Künstlerzimmer“ weiter auf den Schulhof der Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule im südhessischen Ober-Ramstadt. Ab dem Schuljahr 2019/2020 bezieht dort die Performance-Künstlerin Janina Warnk ihr neues Quartier.

„GEMISCHTE TÜTE“
Eine Werkschau des Künstlers Jan Lotter und der Schüler*innen der IGS Wollenbergschule in Wetter aus einem Jahr „Das fliegende Künstlerzimmer“
Nassauischer Kunstverein Wiesbaden
Wilhelmstraße 15
65185 Wiesbaden
18. Juni – 30. Juni 2019

Über „Das fliegende Künstlerzimmer“
„Das fliegende Künstlerzimmer“ ist ein vollkommen neuartiges Programm der Kulturellen Bildung an Schulen. Ganz im Sinne ihres Mottos „Menschen stark machen“ hat die Crespo Foundation dieses Programm zusammen mit ihren Partnern – der IGS Wollenbergschule in Wetter, dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst, dem Hessischen Kultusministerium und dem Landkreis Marburg-Biedenkopf – ins Leben gerufen, um nachhaltig wirksame Schulentwicklungsprozesse anzustoßen. Die kooperierenden Schulen wollen sich entweder ein eigenes künstlerisches-kreatives Schulprofil erarbeiten oder ein bereits bestehendes Kultur-Profil schärfen. „Das fliegende Künstlerzimmer“ gibt ein ganzes Jahr lang die hierfür erforderlichen Impulse und schafft im wörtlichen wie auch im übertragenen Sinne Freiräume zum Erfinden und Ausprobieren. Gleichzeitig ist „Das fliegende Künstlerzimmer“ ein Programm zur Förderung von Künstler*innen, die während ihrer Zeit als Artists-in-Residence eigene künstlerische Projekte realisieren und ihre Kompetenzen in der künstlerischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im Kontext Schule weiterentwickeln können.

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Fotos: Jessica Schäfer