Stürmischer Auftakt der fliegenden Künstlerin Lisa Haucke an der Limesschule

Mit ca. 1.200 Papierfliegern und vier Obstbäumen, im Wind flatternden Girlanden und in rote Tücher gewickelten Tänzer*innen ist die fliegende Künstlerin Lisa Haucke am Mittwoch, den 26. August 2020, an der Limesschule Idstein ins neue Schuljahr gestartet. Die Tänzerin und Performance-Künstlerin aus Braunschweig wird nun als Artist-in-Residence im fliegenden Künstlerzimmer auf dem Schulhof ein ganzes Jahr lang leben und arbeiten.

Lisa Haucke startete ihren Auftakt vor der ersten großen Pause mit einer Durchsage an alle Schüler*innen und Lehrer*innen, in der sie jede*n aufforderte, Papierflieger zu falten, diese mit ihrem persönlichen Wunsch fürs neue Schuljahr zu versehen und über den Schulhof segeln zu lassen. 

Gesagt, getan. In Kürze war das Schulgelände mit rund 1.200 Papierfliegern übersät, manch einer hatte, durch den stürmischen Tag mit einer Extraportion Aufwind versehen, vor der Landung die ein oder andere Pirouette gedreht. Weiter ging es mit einer Baumpflanzaktion im Schulgarten. Begleitet von einer kunstvollen Tanzdarbietung setzte die Künstlerin gemeinsam mit weiteren Tänzer*innen vier Obstbäume in die Wiese.

In der zweiten großen Pause folgte eine spannende performative Verlosung : Die fliegende Künstlerin wählte mit Hilfe ihrer Tanzkolleg*innen drei Papierflieger aus, die darauf notierten Wünsche wurden laut vorgelesen. Mittels einer Wunschtrommel wurde ein Kalenderdatum ausgelost, an dem Haucke den jeweiligen Wunsch künstlerisch erfüllen will.



„Schule lebt von denen, die in ihr etwas mit Begeisterung und Lebensfreude bewegen, um ihren Ort noch lebenswerter zu machen.“, so die Einstellung der 33-Jährigen. Und mehr noch: Die Artist-in-Residence ist fest davon überzeugt, dass Schulentwicklung ungewöhnliche Wege der Kooperation brauche. Haucke: „Konstruktive und kreative Störungen, Irritationen, immer wieder Blicke von außen und nach außen! Einerseits bedarf es der Öffnung hin in andere Felder. Und andererseits die Offenheit für Veränderung der Menschen innerhalb des sozialen Feldes selbst.“



Über das fliegende Künstlerzimmer

Das fliegende Künstlerzimmer ist ein vollkommen neuartiges Programm der Kulturellen Bildung an Schulen. Ganz im Sinne ihres Mottos „Menschen stark machen“ hat die Crespo Foundation dieses Programm zusammen mit dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und dem Hessischen Kultusministerium im Jahr 2018 ins Leben gerufen, um nachhaltig wirksame Schulentwicklungsprozesse anzustoßen. Die kooperierenden Schulen wollen sich entweder ein eigenes künstlerisches-kreatives Schulprofil erarbeiten oder ein bereits bestehendes Kultur-Profil schärfen. Das fliegende Künstlerzimmer gibt ein ganzes Jahr lang die hierfür erforderlichen Impulse und schafft im wörtlichen wie auch im übertragenen Sinne Freiräume zum Erfinden und Ausprobieren. Gleichzeitig ist „Das fliegende Künstlerzimmer“ ein Programm zur Förderung von Künstler*innen, die während ihrer Zeit als Artists-in-Residence eigene künstlerische Projekte realisieren und ihre Kompetenzen in der künstlerischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im Kontext Schule weiterentwickeln können.



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Fotos: Nina Werth