DAS FLIEGENDE KÜNSTLERZIMMER BLEIBT FÜR EIN WEITERES SCHULJAHR IN OBER-RAMSTADT

Die Schüler*innen und die Lehrerschaft der Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule (GCLS) in Ober-Ramstadt dürfen sich freuen: Das Fliegende Künstlerzimmer der Crespo Foundation bleibt für ein weiteres Schuljahr auf ihrem Schulhof. Und mit ihm die fliegende Künstlerin und Performerin Janina Warnk, die erst kürzlich aus ihrer Quarantäne-Zeit in Hamburg ins Fliegende Künstlerzimmer zurückgekehrt ist.

„Ich freue mich wahnsinnig, an der GCLS bleiben zu dürfen und das Fliegende Künstlerzimmer noch ein weiteres Schuljahr zu beleben!“ jubelt die 36-Jährige. Das aufgrund der Corona-Pandemie doch recht kurze Schuljahr 2019/2020 habe nicht ausgereicht, um all die vielen Vorhaben, darunter einen Filmdreh, einen Escape Room, eine Ausstellung und ein Performance-Picknick, mit den Schüler*innen umzusetzen.
 
Möglich wird das Bleiben der Künstlerin vor allem durch die Initiative des Schulleiters der GCLS: Dirk-Karl Pilgram hat kurzerhand entschieden, das Artist-in-Residence-Stipendium, das derzeit noch vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst finanziert wird, für ein ganzes weiteres Schuljahr über sein Schulbudget zu finanzieren. Die Crespo Foundation hat daraufhin, gemeinsam mit den weiteren Kooperationspartnern – dem Hessischen Kultusministerium und dem Landkreis Darmstadt-Dieburg – entschieden, das mobile Atelier für ein weiteres Schuljahr an seinem Standort zu belassen und für die nächste Schule den Bau eines neuen Künstlerzimmers in Auftrag zu geben. Hintergrund ist auch, dass die Crespo Foundation das Fliegende Künstlerzimmer ab dem Schuljahr 2021/2022 auf drei Standorte in Hessen ausweiten wird.

Nachdem Janina Warnk die sechswöchige Quarantäne-Zeit bei ihren Eltern in Hamburg verbracht hat, freut sie sich, seit dem 3. Mai wieder im Künstlerzimmer zu sein. Aus Hamburg hat sie ihre Corona-Tagebücher mit dem Titel „Katastrophen Sehnsucht“ mitgebracht, die nun auf dem BLOG des Fliegenden Künstlerzimmers gelesen werden können. Die offene Textsammlung der Künstlerin reflektiert humorvoll-nihilistisch über minimale Mundöffnung im Supermarkt, die Bürger*innen („Mehr Anpassung als Verwirrung“) und allgemeine Entschleunigung („Ich finde nicht, dass die Zeit einem jetzt fett morgens auf dem Toast liegt und zu Brettspiel und Federball einlädt.“). 

„Das Draußen hat sich verändert. Spielende Kinder in den Gärten. Väter, die mit Straßenmalkreide Viren an die Hauswand malen. Mütter am Rasen mähen. Es ist kein Sonntag. Es ist Mittwoch und es ist Corona Time.“, heißt es darin zu Beginn. Und weiter: „Die Nachbarschaft meiner Eltern ist nice. Sie liegt zwischen Raps und Roggenfeldern. Nachbarn pflanzen Tulpen auf jedem Flecken. Zwischen die Lücken des Bürgersteigs. Aber sie grüßen nicht. Sie grüßen nicht. Ich probiere einer Frau vors Auto zu rennen. Sie grüßt nicht. Sie hat keine menschliche Reaktion. Ich nenne diese neighbourhood ‚unhappy‘.“ 

Wie gut, dass Janina sich nun wieder im Fliegenden Künstlerzimmer in Ober-Ramstadt unmittelbar auf dem Schulhof austoben darf – einer Nachbarschaft, die alles andere als „unhappy“ ist – eine neighbourhood, die sie beflügelt und inspiriert. Und das nicht nur bis Ende dieses Schuljahres, sondern bis zum Sommer 2021!

>> Hier gelangen Sie zum Blog des Fliegenden Künstlerzimmers mit den „Corona-Tagebüchern“ von Janina Warnk
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>> Allgemeine Informationen der Crespo Foundation über „Das fliegende Künstlerzimmer“ erhalten Sie hier!