Feierliche SABA-Auftakt- und Abschlusszeremonie in der Orangerie am Günthersburgpark

Sie stammen aus Ländern wie Eritrea, Kambodscha und Marokko und mussten viele Hürden überwinden, um in Deutschland einen Neustart wagen und noch einmal die Schulbank drücken zu dürfen.
Mit großem Erfolg: Im feierlichen Ambiente der Orangerie am Frankfurter Günthersburgpark haben am 8. September 2019 alle 15 SABA-Absolventinnen des 12. Stipendienjahrgangs ihre Zertifikate für die erfolgreiche Teilnahme am gleichnamigen Programm der Crespo Foundation entgegengenommen.

„Wer ist eine starke Frau? Ich. Du. Wir! Wir haben es geschafft und wir werden noch mehr schaffen!“ brachte es Shaghayegh Aboosaeidy in ihrer Abschiedsrede auf den Punkt. „Wir versuchen immer, gute Töchter für unsere Eltern, gute Schwestern, gute Ehefrauen, gute Mütter zu sein – aber in diesem Versuch vergessen wir leider allzu oft langsam unsere eigenen Wünsche, unsere Rechte und vieles mehr.“, so die gebürtige Iranerin. 

Dank SABA fühle sie sich nicht mehr allein: In den zwei Jahren des Stipendienprogramms habe sie viele motivierte, talentierte und mutige Frauen kennengelernt, mit denen sie ihre Erfahrungen teilen konnte und die sich gegenseitig unterstützt hätten. Ab Oktober startet die alleinerziehende Mutter ihr Studium an der Frankfurt University of Applied Sciences und ist damit ihrem Traum ganz nah: „Ich werde Bauingenieurin!“. 

Auch für SABA-Stipendiatin Sara Micheal war das vergangene Jahr ein außergewöhnliches. „Ich war noch nie so stark, frei und zufrieden in meinem Leben.“, resümiert die junge Syrerin. Dank SABA habe sie ihren Schulweg in Deutschland fortsetzen können und erstmals in ihrem Leben das Gefühl, auf dem richtigen Weg zu sein. 

Auf dem richtigen Weg waren auch alle 14 anderen SABA-Stipendiatinnen, die am 8. September in der Orangerie am Günthersburgpark feierlich verabschiedet wurden. Erst kurz vor den Sommerferien hatten sie ihre Prüfungen zum Haupt- oder Realschulabschluss bzw. Fachabitur geschrieben und … allesamt bestanden. Nun starten sie in so vielfältige Berufswege wie Gesundheits- und Krankenpflegerin, Laborassistentin oder Hauswirtschafterin. Oder werden, genau wie Aboosaeidy, sogar eine Hochschule besuchen.

Mit der Verleihung des Integrationspreises der Stadt Frankfurt im November 2018 war das vergangene Jahr für das SABA-Programm mit einem echten Highlight zu Ende gegangen. „Diese Auszeichnung hat eine ganz besondere Bedeutung für das SABA-Programm, denn vorgeschlagen haben uns die Absolventinnen der vergangenen Jahre.“, sagte Cora Stein, SABA-Projektreferentin bei der Crespo Foundation voller Stolz. Der Preis habe gezeigt, wie eng verbunden viele Frauen über Jahre hinweg mit dem SABA-Programm seien. 

Von SABA angetan ist auch Stadträtin Dr. Renate Sterzel, die einige ermutigende Grußworte der Stadt Frankfurt an alle Stipendiatinnen richtete, bevor ein rund zwölfminütiger Film – ein Zusammenschnitt aus den Kurzfilmen, die im Rahmen des Kreativprojekts im vergangenen Schuljahr unter Leitung von Nina Werth und Angela Freiberg entstanden waren –, gezeigt wurde.

Was die einen bereits hinter sich gebracht haben, steht den anderen noch bevor. Insgesamt 25 Frauen mit 13 verschiedenen Nationalitäten umfasst der 13. SABA-Jahrgang, der im Anschluss an die Verabschiedung feierlich begrüßt wurde. Einen kleinen Vorgeschmack auf das bevorstehende und sich über das gesamte Schuljahr 2019/2020 erstreckende Kreativprojekt lieferte eine kleine Percussion-Einlage, die die geballte Energie des Neustarts deutlich spüren ließ.

Über SABA – Bildungsstipendien für Migrantinnen
Das Programm „SABA – Bildungsstipendien für Migrantinnen“ wurde 2006 von der Crespo Foundation ins Leben gerufen. Kerngedanke ist es, Frauen durch Bildung zu stärken und ihnen einen Schulabschluss auf dem zweiten Bildungsweg sowie den Einstieg in einen geeigneten Beruf zu ermöglichen. Seitdem vergibt die Stiftung jährlich 25 Stipendien an Migrantinnen im Alter zwischen 18 und 35 Jahren aus dem Rhein-Main-Gebiet. Bereits rund 180 Frauen in Frankfurt und Umgebung konnten durch diese Unterstützung ihren Schulabschluss erreichen und ihren Weg in eine ihren Fähigkeiten und Neigungen entsprechende Berufstätigkeit finden.

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Foto: Nina Werth