Crespo Foundation feiert SABA-Abschluss und Auftakt auf dem Lohrberg

Es hätte eigentlich die jährliche feierliche Zeremonie mit vielen Familien und Gästen, kulinarischen Highlights, Reden und interessanten Gesprächen werden sollen – die Verabschiedung der 16 Absolventinnen des 13. SABA-Jahrgangs der Crespo Foundation. Coronabedingt kam dann aber alles anders. Gefeiert wurde trotzdem, und zwar am Samstag, den 29. August 2020, in kleinem Kreis und unter Einhaltung aller Corona-Regeln auf dem Lohrberg im MainÄppelHaus. Gleichzeitig wurden die insgesamt 30 aktuellen Stipendiatinnen des 14. SABA-Jahrgangs feierlich begrüßt.

„Für die diesjährigen SABA-Absolventinnen war das vergangene Schuljahr ganz anders als für alle früheren Jahrgänge“, resümiert Cora Stein, SABA-Projektreferentin bei der Crespo Foundation. Der Tod der Stifterin Uli Crespo zu Beginn des Stipendienjahres, die stets eng mit den SABA-Frauen verbunden war, habe alle zutiefst erschüttert. Der Ausbruch der Coronapandemie im Frühjahr 2020 habe die Welt auf den Kopf und auch die SABA-Stipendiatinnen vor neue Herausforderungen gestellt. 

„Nur eine Sache ist wie immer gleich geblieben“, sagte Stein in ihrer Anmoderation im MainÄppelHaus auf dem Lohrberg. „Die Energie, Motivation, Neugier, Kraft und der Wille der Stipendiatinnen. Und auch deren Erfolge!“ Von den 16 Absolventinnen aus den Ländern Afghanistan, Irak, Iran, Kambodscha, Kolumbien, Marokko, Nepal, Pakistan und Syrien haben alle ihren Schulabschluss erreicht, zwei von ihnen den Hauptschulabschluss, zehn den Realschulabschluss und sogar vier das (Fach-)Abitur! 



„Es hat sich gezeigt, dass mit der richtigen Motivation und dem Willen, etwas zu schaffen, fast alles möglich ist.“, sagte Stein weiter. So habe man sich während der HomeSchooling Phase in Videokonferenzen getroffen, sich dort ausgetauscht, gegenseitig Mut gemacht, online-Nachhilfe organisiert und im Rahmen des Kreativprojektes sogar gemeinsam getrommelt. Beim Abschlusskonzert im Juli schließlich, das ebenfalls auf dem Lohrberg stattfand, hätten alle Stipendiatinnen zu den Klängen des Frauenband-Duos von Kick La Luna die Rhythmen mitgeschlagen und dazu getanzt. Stein: „Keine war allein in dieser Zeit!“


Mit 30 Stipendiatinnen – 20 davon sind Stipendiatinnen der Crespo Foundation, 10 von beramí berufliche Integration e.V. – startet der nunmehr 14. SABA-Jahrgang ins Schuljahr 2020/2021. Deren Begrüßung fand im Vorfeld der Verabschiedung in der Scheune des MainÄppelHaus statt. Zur Auflockerung wurden wie in jedem Jahr einige Kennenlernspiele gespielt, es folgte ein gemeinsames Mittagessen, bei dem es auch um den Austausch mit dem vorherigen Jahrgang ging.

„Haltet euch an eure Ziele, lasst euch von niemandem unterdrücken, denkt an die Zukunft – dann könnt ihr alles schaffen!“, gab Absolventin Najat aus Syrien den neuen Stipendiatinnen mit auf den Weg. Najat beginnt in Kürze eine Ausbildung zur Altenpflegehelferin. Und die angehende Physikstudentin Sara ergänzte: „Ich habe hier verschiedene Frauen mit unterschiedlichen Herkünften, Kulturen, Religionen und Perspektiven kennengelernt. Aber bei SABA war das nicht wichtig. Wir haben all diese Unterschiede beseitigt und manchmal wirklich gar nicht beachtet. Die Gemeinsamkeiten, die uns zusammengebracht haben, waren viel stärker und viel bedeutsamer! Ich hoffe, dass ihr euch bei SABA zuhause fühlt. Glaubt an euch und fragt um Hilfe, wenn ihr etwas braucht. Und bitte, bitte genießt euer Leben!“

Über SABA – Bildungsstipendien für Migrantinnen
Das Programm „SABA – Bildungsstipendien für Migrantinnen“ wurde 2006 von der Crespo Foundation ins Leben gerufen. Kerngedanke ist es, Frauen durch Bildung zu stärken und ihnen einen Schulabschluss auf dem zweiten Bildungsweg sowie den Einstieg in einen geeigneten Beruf zu ermöglichen. Seitdem vergibt die Stiftung jährlich Stipendien an Migrantinnen im Alter zwischen 18 und 35 Jahren aus dem Rhein-Main-Gebiet. Bereits rund 180 Frauen in Frankfurt und Umgebung konnten durch diese Unterstützung ihren Schulabschluss erreichen und ihren Weg in eine ihren Fähigkeiten und Neigungen entsprechende Berufstätigkeit finden. Zum Schuljahr 2020/2021 startete in Kooperation eine zweite Gruppe an Stipendiatinnen bei beramí berufliche Integration e.V.



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Foto: Nina Werth