Crespo Foundation bekommt Integrationspreis der Stadt Frankfurt verliehen

Für ihr Projekt SABA – Bildungsstipendien für Migrantinnen hat die Crespo Foundation am Donnerstag, den 22. November 2018, den Integrationspreis der Stadt Frankfurt am Main verliehen bekommen. Überreicht wurde die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung von Sylvia Weber, Stadträtin und Dezernentin für Integration und Bildung, im Kaisersaal des Römer. Die Crespo Foundation teilt sich den Preis mit dem Sportverein TuS Makkabi und dem Bündnis für Akzeptanz und Vielfalt. Auch die Gewinner des Preises für Flüchtlingshilfe – kulturpass.net und der Ehrenamtskreis Hausaufgabenbetreuung – wurden geehrt. Lobende Erwähnung fanden zudem die Arbeit der SG Bornheim 1945 und das Engagement von Dr. Mariame Racine Sow.

„Die Auszeichnung mit dem Frankfurter Integrationspreis erfüllt uns mit Stolz, vor allem, da es eben unsere SABA-Absolventinnen waren, die uns für den Preis vorgeschlagen haben!“, so Cora Stein, SABA-Projektreferentin bei der Crespo Foundation. Die Auszeichnung sei ein weiterer Beweis dafür, dass das SABA-Programm wirklich dazu beitrage, Lebenswege nachhaltig positiv zu beeinflussen, Perspektiven zu schaffen und langfristig etwas in der Gesellschaft zu verändern.

Seit 2006 unterstützt die Crespo Foundation in ihrem SABA-Programm Frauen mit Migrationshintergrund dabei, ihren Schulabschluss auf dem zweiten Bildungsweg nachzuholen und gibt so den Anstoß für ein selbstbestimmtes Leben. Neben finanzieller Förderung in Form von Schul-, Fahrt- und Kinderbetreuungskosten erhalten bis zu 25 Frauen jährlich Unterstützung durch persönliche Beratung, Trainings und Workshops. Rund 180 Frauen haben seitdem ihren Schulabschluss nachgeholt, ca. Dreiviertel davon eine Aus- oder Weiterbildung begonnen, einige Frauen sogar ein Studium aufgenommen.

„Bildung und Sprache sind der Schlüssel zur Integration und zur Teilhabe. Menschen mit Migrationsgeschichte, vor allem aber Frauen ohne Sprachkenntnisse und ohne einen Schulabschluss, sind benachteiligt“, sagte Laudatorin und integrationspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion Milkica Romic in ihrer Rede anlässlich der Preisverleihung. Die Frauen fänden nur unter erschwerten Bedingungen den Zugang zur Gesellschaft und zu einem Beruf. Hinzu komme, dass die Kinderbetreuung in der Regel fast immer auf die Frauen zurückfalle und sie dadurch beruflich in ihrer Flexibilität zusätzlich stark einschränkt seien. „Und genau an diesen Stellen setzt SABA von der Crespo Foundation an“, so Romic. Die Crespo Foundation helfe den Frauen damit, einen Teufelskreis der Ungerechtigkeit und Benachteiligung zu durchbrechen und lege für diese Menschen einen wichtigen Grundstein für das Gelingen von Integration. 

Die aus Algerien stammende Fahima Ouazane ist eine von vielen erfolgreichen SABA-Absolventinnen. „Obwohl ich nur ein Jahr im Programm war, hat SABA mich in meiner Entwicklung als Frau und Mutter sehr geprägt“, berichtet Ouazane in ihrer Rede im Römer. „Ich habe in dem Jahr einige neue Seiten von mir selbst entdeckt, bin viel selbstbewusster geworden und traue mich auch meine Meinung gestärkt zu äußern. Einen Abschluss zu haben bedeutet für mich mehr Selbstvertrauen und mehr Motivation, um mein Ziel zu erreichen: nämlich einen Beruf zu erlangen, um nicht mehr von meinem Mann finanziell abhängig zu sein und um meinen Kindern mehr bieten zu können“, so Ouazane, die im August 2018 ihre sozialpädagogische Ausbildung zur Erzieherin begonnen hat. 

Dass Respekt, Akzeptanz und Toleranz die Erfolgsschlüssel von SABA sind – darin sind sich auch Freselam, Roseane und Yordanos einig. Die drei SABA-Stipendatinnen aus Eritrea und Brasilien hatten die Bewerbung für den Integrationspreis eigenständig ausgefüllt und sind nun überglücklich über die Auszeichnung. „SABA hat uns stark gemacht!r.“ Um künftig auch motivierte Migrantinnen außerhalb des Rhein-Main-Gebiets unterstützen zu können, sucht die Crespo Foundation nun interessierte Projektpartner in ganz Deutschland.

>> Ausführliche Informationen über SABA – Bildungsstipendien für Migrantinnen finden Sie hier!

Foto: Amt für multikulturelle Angelegenheiten (AMKA)