SABA-STIPENDIATINNEN GLÄNZEN AUF DEM CATWALK

Sie haben genäht und gestickt, geflickt, gefärbt und gebatikt: Im Rahmen des SABA-Kreativprojektes zum Thema Mode-Upcycling haben 25 SABA-Stipendiatinnen über ein gesamtes Jahr hinweg mit Nadel und Faden, Schere und Nähmaschine Altes in neuem Glanz erstrahlen lassen. Entstanden sind viele außergewöhnliche Unikate und Lieblingstücke, die die Frauen am Sonntag, den 10. Juni 2018, bei herrlichstem Sonnenschein auf dem Catwalk im Frankfurter Yachtklub am Main präsentierten. Ausgewählte Einzelteile konnten zudem für einen guten Zweck ersteigert werden.

So zum Beispiel ein extravagantes lilafarbenes Oberteil der iranischen Stipendiatin Vinolia, die damit die Modenschau eröffnete. Oder ein in liebevoller Handarbeit mit unzähligen, pastellfarbenen Blüten bestickter Schal von Cemile aus der Türkei. Die Afghanin Madine präsentierte einen eleganten Zweiteiler, ehemals ein altes Kleid, während Selamawit aus Äthiopien eine luftig-leichte, türkisfarbene Tunika aus zwei Schals zur Schau stellte. Insgesamt zehn Teile kamen „unter den Hammer“ von Auktionator Philip Augustin vom Kunst- und Auktionshaus Döbritz, ein stolzer Erlös von fast 1.000 Euro konnte erzielt werden. Damit wird auf Wunsch der Stipendiatinnen ein Waisenhaus in Syrien unterstützt.

„Wir wollten aus gebrauchten Dingen etwas Neues schaffen, kurzum Müll zu etwas Sinnvollem verarbeiten, anstatt immer alles sofort wegzuwerfen“, bringt Kostümbildnerin Evelyn Toomistu den Kerngedanken des diesjährigen SABA-Kreativprojektes auf den Punkt. Neben der Modedesignerin Berit Mohr war Toomistu eine der beiden Leiterinnen des Upcycling-Workshops, der sich über das gesamte Schuljahr 2017/2018 hinweg erstreckte. Die SABA-Stipendatinnen seien in ihrer Kreativität nicht zu stoppen gewesen, wenn es einmal im Monat – immer samstags – hieß: „Hinein in die Stoffe und Textilien!“, so das begeisterte Fazit der beiden Workshop-Leiterinnen.
 
„Vielen Dank, dass ihr alle so mitgezogen habt – auch auf den letzten Drücker!“, lobte Cora Stein, SABA-Projektreferentin bei der Crespo Foundation, die Stipendiatinnen. Die letzten Änderungen mit Faden und Schere seien noch am Veranstaltungstag selbst vorgenommen worden, kurz vor dem großen Auftritt auf dem Catwalk. „Ihr habt es geschafft! Und das, obwohl viele von euch kurz vor dem Schulabschluss stehen!“, so Stein anerkennend weiter. Tatsächlich liegen die schriftlichen Abschlussprüfungen auf dem Weg zum Haupt- bzw. Realschulabschluss oder dem Abitur bei vielen Frauen keine zwei Wochen zurück, die mündlichen Prüfungen stehen den meisten noch bevor.
 
Im Anschluss an die Modenschau und Versteigerung auf dem Main bot eine Fotowand im Inneren des Yachtklubs den rund 200 Gästen Einblicke in den Schaffensprozess der Migrantinnen im Rahmen des Upcycling-Projektes. Bei erfrischenden Maracuja- und Cranberryschorlen und leckerem Fingerfoood verlief der Sonntagnachmittag auf dem Boot dann noch sehr entspannt.

Über SABA – Bildungsstipendien für Migrantinnen
Das Programm „SABA – Bildungsstipendien für Migrantinnen“ wurde 2006 von der Crespo Foundation ins Leben gerufen. Kerngedanke ist es, Frauen durch Bildung zu stärken und ihnen einen Schulabschluss auf dem zweiten Bildungsweg sowie den Einstieg in einen geeigneten Beruf zu ermöglichen. Seitdem vergibt die Stiftung jährlich 25 Stipendien an Migrantinnen im Alter zwischen 18 und 35 Jahren aus dem Rhein-Main-Gebiet. Bereits 150 Frauen in Frankfurt und Umgebung konnten durch diese Unterstützung ihren Schulabschluss erreichen und ihren Weg in eine ihren Fähigkeiten und Neigungen entsprechende Berufstätigkeit finden.

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Foto: Nina Werth