Im Schuljahr 2018/2019 hat die Crespo Foundation in Kooperation mit dem Hessischen Kultusministerium (HKM), dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK), dem Landkreis Marburg-Biedenkopf und der IGS Wollenbergschule Wetter ein vollkommen neuartiges Programm der Kulturellen Bildung an Schulen gestartet: Das fliegende Künstlerzimmer.

Nach einem Pilotjahr in Wetter und einem aufgrund der Corona-Pandemie recht kurzen Schuljahr 2019/20 in Ober-Ramstadt gastieren seit Beginn des Schuljahres 2020/21 gleich zwei mobile Künstlerateliers an zwei verschiedenen hessischen Schulen.

An der Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule im südhessischen Ober-Ramstadt ist das fliegende Künstlerzimmer im Sommer 2020 mit der Performerin Janina Warnk in die „Verlängerung“ eines weiteren Jahres gestartet. Premiere auf dem Schulhof der Limesschule in Idstein hat das zweite fliegende Künstlerzimmer mit der Tänzerin und Performerin Lisa Haucke als Artist-in-Residence gefeiert.

Während ihrer Zeit als Artists-in-Residence möchten die Künstlerinnen ihre Kompetenzen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im Kontext Schule weiterentwickeln und parallel dazu eigene künstlerische Projekte realisieren. Ein Jahr lang werden sie im fliegenden Künstlerzimmer wohnen und arbeiten und an drei Tagen in der Woche ihr „Haus“ für die Schüler*innen der jeweiligen Schule öffnen. 

Das von den Architekten Prof. Nikolaus Hirsch und Prof. Dr. Michel Müller eigens dafür entworfene mobile Künstleratelier soll in dieser Zeit zum kreativen Lern- und Lebensraum der Schüler*innen, ihrer Lehrer*innen und der Künstlerinnen selbst werden. Gemeinsam werden sie künstlerische Ansätze im curricularen Schulunterricht verschiedenster Fächer, aber auch in offenen Ateliersituationen, erproben.

Im kommenden Schuljahr 2021/2022 wird das fliegende Künstlerzimmer auf gleich drei hessischen Schulhöfen landen. Die Schüler*innen und Lehrer*innen der Einhardschule – eines Gymnasiums in Seligenstadt – sowie der Lüdertalschule – einer verbundenen Haupt- und Realschule in Großenlüder – wünschen sich für das Artist-in-Residence-Stipendium jeweils eine*n Bildende*n Künstler*in. Die Schule im Emsbachtal in Brechen, eine verbundene Haupt- und Realschule mit Grundschule, wünscht sich eine*n Performer*in mit bildnerischem Schwerpunkt. Die Ausschreibung läuft noch bis zum 19. März 2021. Weitere Informationen zur aktuellen Ausschreibung finden Sie hier.

Ganz im Sinne ihres Mottos „Menschen stark machen“ hat die Crespo Foundation mit dem fliegenden Künstlerzimmer gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern ein Programm der Kulturellen Bildung begründet, das die kulturelle Schulentwicklung hessenweit langfristig vorantreibt und insbesondere auch im ländlichen Raum realisiert werden kann. 

Die kooperierenden Schulen wollen sich entweder ein eigenes künstlerisch-kreatives Schulprofil erarbeiten oder ein bereits bestehendes Kultur-Profil schärfen. Das fliegende Künstlerzimmer gibt ein ganzes Jahr lang die hierfür erforderlichen Impulse und schafft im wörtlichen wie auch im übertragenen Sinne Freiräume zum Erfinden und Ausprobieren.
Das HKM unterstützt das Projekt durch besondere Fortbildungsformate sowie eine Prozessbegleitung. So wird die Schule etwa ins Netzwerk der kulturell aktiven Schulen aufgenommen und erhält dadurch die Möglichkeit, an besonderen Angeboten teilzunehmen oder pädagogische Tage durchzuführen. 

Mit dem Ziel, mehr jungen Menschen die Teilhabe am kulturellen Leben zu ermöglichen, fördert das HMWK den*die Künstler*in über ein Arbeitsstipendium in Höhe von monatlich 2.000 Euro sowie einen Material- und Aufwendungszuschuss von jährlich 6.000 Euro. Die Crespo Foundation hat unter Federführung der Architekten Prof. Nikolaus Hirsch und Prof. Dr. Michel Müller die Entwicklung und Realisierung der mobilen Architektur in Holzbauweise beauftragt, während die Landkreise für die Organisation vor Ort sowie die Übernahme der technischen Kosten verantwortlich sind.

„Das fliegende Künstlerzimmer“ auf einen Blick

Laufzeit:
Für jeweils ein Schuljahr gastiert das fliegende Künstlerzimmer auf dem Schulhof einer weiterführenden Schule in Hessen.

Schuljahr 2020/2021: 

Das fliegende Künstlerzimmer gastiert seit Sommer 2020 an gleich zwei weiterführenden hessischen Schulen im ländlichen Raum. An der Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule in Ober-Ramstadt, einer Integrierten Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe des Landkreises Darmstadt-Dieburg mit insgesamt 1.250 Schüler*innen und knapp 100 Lehrer*innen, startet das Künstlerzimmer nach einem Coronabedingt recht kurzen Schuljahr 2019/20 nun in die Verlängerung eines weiteren Schuljahres. Auf dem Schulhof der Limesschule Idstein, einer kooperativen Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe mit knapp 1.000 Schüler*innen und rund 100 Lehrer*innen im südhessischen Rheingau-Taunus-Kreis, feiert das Programm Premiere.

Die Künstlerinnen:
Lisa Haucke
Seit August 2020 bewohnt, bespielt und betanzt die Performerin und Tänzerin Lisa Haucke das fliegende Künstlerzimmer auf dem Schulhof der Limesschule in Idstein. Hauckes Arbeiten verhandeln soziale Themen im Kontext der Performativen Künste. Dabei entstehen filmische, performative und tänzerische Interventionen, Installationen und Präsentationen – alleine, im Dialog mit einem bestehenden sozialen Feld oder im öffentlichen Raum. Oft ist es die Begegnung zwischen Menschen, die bei den Aktionen im Vordergrund steht: Ihre inneren Erfahrungswelten, die durch die Kunst nach Außen getragen werden. 

Janina Warnk
Neue alte Bewohnerin des „fliegenden Künstlerzimmers“ in Ober-Ramstadt ist für ein weiteres Schuljahr die Kölner Performance-Künstlerin Janina Warnk. Im Zentrum ihrer Arbeit steht gesellschaftskritischer Humor an der Schnittstelle zum kreativen Aktionismus. Durch Provokation, stilistischen Trash und leichte Zugänglichkeit erhalten Warnks Performances häufig eine Art von „partizipatorischem Charakter“. Das Schaffen von immersiven Räumen und Welten ermöglicht eine Raum- und Zeitverschiebung, die Regeln und Grenzen der Realität in Frage stellt und mit ihnen spielt.

Das Artist-in Residence-Stipendium:

Richtet sich an Künstler*innen, die neben dem eigenen künstlerischen Schaffen erfahren sind in der kulturellen Bildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen an Schulen. Das Stipendium beinhaltet die Nutzung des Wohn-Ateliers „Das fliegende Künstlerzimmer“ und ist mit einem Lebenshaltungskostenzuschuss in Höhe von monatlich 2.000 Euro dotiert. Darüber hinaus erhält der*die Künstler*in einen Material- und Aufwendungszuschuss von jährlich 6.000 Euro für seine*ihre eigene Arbeit und die Zusammenarbeit mit den Schüler*innen.

Die Zusammenarbeit von Künstler*in und Schüler*innen:
In enger klassen- und fächerübergreifender Zusammenarbeit mit den Lehrer*innen der Schule entwickelt der*die Künstler*in an drei Tagen in der Woche künstlerische Ansätze, um den Kindern und Jugendlichen neue ästhetische Perspektiven auf die Lehrinhalte zu eröffnen. Daneben arbeitet er*sie in einer offenen Atelier-Situation mit den Schüler*innen.

Die Architektur:

Das mobile Wohn-Atelier wurde von den Architekten Prof. Nikolaus Hirsch und Prof. Dr. Michel Müller eigens für „Das fliegende Künstlerzimmer“ entwickelt. Durch seine Raumhöhe von 3,50 Metern entspricht es einem lichten und großzügig gestalteten Künstleratelier und ist, zerlegt in vier Module, per Tieflader von Schulhof zu Schulhof transportierbar.

Das fliegende Künstlerzimmer wird bei der Crespo Foundation von Friederike Schönhuth betreut und koordiniert. Für Fragen steht Ihnen Friederike Schönhuth unter Telefon 069/2710795-18 oder per E-Mail an friederike.schoenhuth@crespo-foundation.de gerne zur Verfügung.

>> Zur Webseite von „Das fliegende Künstlerzimmer“ gelangen Sie hier!