Im Schuljahr 2018/2019 hat die Crespo Foundation in Kooperation mit dem Hessischen Kultusministerium (HKM), dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK), dem Landkreis Marburg-Biedenkopf und der IGS Wollenbergschule Wetter ein vollkommen neuartiges Programm der Kulturellen Bildung an Schulen gestartet: „Das fliegende Künstlerzimmer“.

Nach dem Pilotjahr in Wetter gastiert das von den Architekten Prof. Nikolaus Hirsch und Prof. Dr. Michel Müller eigens dafür entworfene mobile Künstleratelier ab dem neuen Schuljahr 2019/2020 auf dem Schulhof der Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule im südhessischen Ober-Ramstadt. 

Seine neue „Bewohnerin“ ist die Performance-Künstlerin Janina Warnk. Während ihrer Zeit als Artist-in-Residence möchte die Kölnerin ihre Kompetenzen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im Kontext Schule weiterentwickeln und parallel dazu eigene künstlerische Projekte realisieren.

Ein Jahr lang wird sie als Artist-in-Residence im „Fliegenden Künstlerzimmer“ wohnen und arbeiten und an drei Tagen in der Woche ihr „Haus“ für die Schüler*innen der Georg-Christoph-Lichtenbergschule öffnen. Das Künstlerzimmer soll in dieser Zeit zum kreativen Lern- und Lebensraum der Schüler*innen, ihrer Lehrer*innen und der Künstlerin selbst werden. Gemeinsam werden sie künstlerische Ansätze im curricularen Schulunterricht verschiedenster Fächer, aber auch in offenen Ateliersituationen, erproben.

Ganz im Sinne ihres Mottos „Menschen stark machen“ hat die Crespo Foundation mit „Das fliegende Künstlerzimmer“ gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern ein Programm der Kulturellen Bildung begründet, das die kulturelle Schulentwicklung hessenweit langfristig vorantreibt und insbesondere auch im ländlichen Raum realisiert werden kann. Die kooperierenden Schulen wollen sich entweder ein eigenes künstlerisch-kreatives Schulprofil erarbeiten oder ein bereits bestehendes Kultur-Profil schärfen. „Das fliegende Künstlerzimmer“ gibt ein ganzes Jahr lang die hierfür erforderlichen Impulse und schafft im wörtlichen wie auch im übertragenen Sinne Freiräume zum Erfinden und Ausprobieren.

Das HKM unterstützt das Projekt durch besondere Fortbildungsformate sowie eine Prozessbegleitung. So wird die Schule etwa ins Netzwerk der kulturell aktiven Schulen aufgenommen und erhält dadurch die Möglichkeit, an besonderen Angeboten teilzunehmen oder pädagogische Tage durchzuführen. Mit dem Ziel, mehr jungen Menschen die Teilhabe am kulturellen Leben zu ermöglichen, fördert das HMWK den*die Künstler*in über ein Arbeitsstipendium in Höhe von monatlich 2.000 Euro sowie einen Material- und Aufwendungszuschuss von jährlich 6.000 Euro.

Die Crespo Foundation hat unter Federführung der Architekten Prof. Nikolaus Hirsch und Prof. Dr. Michel Müller die Entwicklung und Realisierung der mobilen Architektur in Holzbauweise beauftragt, während die Landkreise für die Organisation vor Ort sowie die Übernahme der technischen Kosten verantwortlich sind.

„Das fliegende Künstlerzimmer“ auf einen Blick

Laufzeit:

Für jeweils ein Schuljahr gastiert „Das fliegende Künstlerzimmer“ auf dem Schulhof einer weiterführenden Schule in Hessen.



Schuljahr 2019/2020: 

„Das fliegende Künstlerzimmer“ gastiert seit Sommer 2019 an der Georg-Christoph-Lichtenberg-Schule, einer Integrierten Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe des Landkreises Darmstadt-Dieburg mit insgesamt 1.250 Schüler*innen und knapp 100 Lehrer*innen. Idyllisch wie ein „Tor zum Odenwald“ gelegen, versteht sich die Schule als „Schule für alle“, an der vom Hauptschulabschluss bis hin zum Abitur alle Schulabschlüsse der allgemeinbildenden Schulen erreicht werden können.

Die Künstlerin:

Neue Bewohnerin des „fliegenden Künstlerzimmers“ ist die Kölner Performance-Künstlerin Janina Warnk. Im Zentrum ihrer Arbeit steht gesellschaftskritischer Humor an der Schnittstelle zum kreativen Aktionismus. Durch Provokation, stilistischen Trash und leichte Zugänglichkeit erhalten Warnks Performances häufig eine Art von „Mitmach-Charakter“. Das Schaffen von immersiven Räumen und Welten ermöglicht eine Raum- und Zeitverschiebung, die Regeln und Grenzen der Realität in Frage stellt und mit ihnen spielt.

Das Artist-in Residence-Stipendium:

Richtet sich an Künstler*innen, die neben dem eigenen künstlerischen Schaffen erfahren sind in der kulturellen Bildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen an Schulen. Das Stipendium beinhaltet die Nutzung des Wohn-Ateliers „Das fliegende Künstlerzimmer“ und ist mit einem Lebenshaltungskostenzuschuss in Höhe von monatlich 2.000 Euro dotiert. Darüber hinaus erhält der*die Künstler*in einen Material- und Aufwendungszuschuss von jährlich 6.000 Euro für seine*ihre eigene Arbeit und die Zusammenarbeit mit den Schüler*innen.

Die Zusammenarbeit von Künstler*in und Schüler*innen:
In enger klassen- und fächerübergreifender Zusammenarbeit mit den Lehrer*innen der Schule entwickelt der*die Künstler*in an drei Tagen in der Woche künstlerische Ansätze, um den Kindern und Jugendlichen neue ästhetische Perspektiven auf die Lehrinhalte zu eröffnen. Daneben arbeitet er*sie in einer offenen Atelier-Situation mit den Schüler*innen.



Die Architektur:

Das mobile Wohn-Atelier wurde von den Architekten Prof. Nikolaus Hirsch und Prof. Dr. Michel Müller eigens für „Das fliegende Künstlerzimmer“ entwickelt. Durch seine Raumhöhe von 3,50 Metern entspricht es einem lichten und großzügig gestalteten Künstleratelier und ist, zerlegt in vier Module, per Tieflader von Schulhof zu Schulhof transportierbar.



„Das fliegende Künstlerzimmer“ wird bei der Crespo Foundation von Friederike Schönhuth betreut und koordiniert, die Ihnen für Fragen unter Telefon 069/2710795-18 oder per E-Mail an friederike.schoenhuth@crespo-foundation.de gerne zur Verfügung steht.

>> Zur Webseite von „Das fliegende Künstlerzimmer“ gelangen Sie hier!