Feierliche SABA-Abschluss- und -Auftaktzeremonie in der Orangerie Frankfurt

In den stimmungsvollen Räumen der Orangerie im Frankfurter Günthersburgpark sind am Sonntag, den 10. September 2017, zwölf SABA-Absolventinnen des 10. Stipendienjahrgangs feierlich verabschiedet worden. Seit Sommer haben die Frauen aus Ländern wie Eritrea, Afghanistan und Marokko nun ihren Schulabschluss in der Tasche – eine von ihnen sogar das Fachabitur. Gleichzeitig wurden die neuen Stipendiatinnen des nunmehr 11. SABA-Jahrgangs begrüßt.

„Die einen haben es erfolgreich geschafft, die anderen machen sich jetzt mutig auf ihren Weg“, brachte es Rosemarie Heilig, Dezernentin für Umwelt und Frauen der Stadt Frankfurt, in ihrer Rede treffend auf den Punkt. Es sei eine sehr mutige Entscheidung, die vertraute Umgebung oder den Job zu verlassen, um noch einmal die Schulbank zu drücken, so Heilig weiter. „Sie können sehr, sehr stolz sein auf diese Frauen!“

Von den insgesamt zwölf Absolventinnen des 10. Stipendienjahrgangs haben sechs ihren Hauptschulabschluss, fünf den Realschulabschluss und eine sogar das Fachabitur bestanden. Die meisten von ihnen sind Mütter mit zwei- bis fünf Kindern, einige auch alleinerziehend. Sie haben ihre Heimatländer verlassen und wollen in Deutschland ihren Weg selbstbestimmt gehen.

„Außergewöhnliche Motivation, Leistungsbereitschaft und Engagement sind das, was unsere SABA-Frauen auszeichnet“, schwärmte Cora Stein, die das SABA-Projekt bei der Crespo Foundation seit über zehn Jahren leitet. Für einige Absolventinnen beginne nun die Ausbildung, beispielsweise zur Verkäuferin, zahnmedizinischen Fachangestellten oder kaufmännischen Management-Assistentin. Andere Frauen suchten noch nach einem Ausbildungsplatz, etwa als Kauffrau für Büromanagement oder als medizinische Fachangestellte. Stein: „Manche haben sich aber auch bewusst dafür entschieden, weiter die Schulbank zu drücken, um eines Tages zu studieren.“

So wie Sonija. Die gebürtige Afghanin und Mutter von drei Söhnen hat am Abendgymnasium in Dreieich ihr Fachabitur bestanden, im Herbst beginnt sie in Frankfurt mit einem Studium in Bioverfahrenstechnik. „Ich war kurz davor aufzugeben, als SABA mich abgeholt hat“, so Sonija. Auch Soumia, alleinerziehende Mutter von fünf Kindern, ist sehr dankbar für das SABA-Stipendium. „Meinen Hauptschulabschluss und meine Ausbildung hätte ich ohne SABA niemals erreicht“, so Soumia. Seit August dieses Jahres absolviert die gebürtige Marokkanerin eine zweijährige Ausbildung zur Verkäuferin, worauf sie sehr stolz ist.

Seit Einführung des SABA-Programms im Jahr 2006 hat die Crespo Foundation 162 Frauen im Alter zwischen 18 und 35 Jahren auf ihrem Weg zu einem erfolgreichen Schulabschluss begleitet. Im neuen 11. Jahrgang sind wieder 25 Frauen mit von der Partie, die größte Gruppe stammt dieses Mal aus Eritrea.  

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Foto: Nina Werth