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»Mit der Crespo Foundation möchte ich dazu beitragen, dass Menschen Vertrauen in die eigenen Möglichkeiten aufbauen, Kreativität entwickeln und ihre Potentiale entfalten. Besonders am Herzen liegen mir Menschen, die sich mit Mut und Engagement den Herausforderungen ihres Lebens stellen, um es selbst zu gestalten. Ich lege großen Wert auf eine umfassende Persönlichkeitsentwicklung. In vielen unserer Projekte spielt darum auch der aktive Umgang mit Kunst und Kultur eine wichtige Rolle. Neben der Förderung besonderer Begabungen sehen wir unsere Aufgabe auch darin, die Geförderten zur Übernahme von Verantwortung zu motivieren. Mit diesem Anspruch begleitet die Crespo Foundation heranwachsende Persönlichkeiten in den entscheidenden Phasen ihrer Entwicklung.« Ulrike Crespo




»Was sind die Regeln...?«

Abschlusspräsentation des
SABA-Kreativprojekts »Performance« 2015/16
am Sonntag, 22. Mai 2016

Alles dunkel, bis auf einen Lichtakzent, der eine Reihe von dreiundzwanzig Paar Schuhen am Bühnenrand in Szene setzt. Die schwarz gekleideten Teilnehmerinnen >>> des SABA-Kunstprojekts »Performance« betreten schweigend den Raum, gehen am Publikum vorbei und nehmen ihre Plätze auf der Bühne ein. Kurz nachdem alle dort stehen, erstrahlt helles Licht. Rechts auf der ansonsten leeren Bühne ein Standmikrophon, hinten eine große Leinwand für Projektionen. Auf der nun die Frage erscheint, die sich im Laufe der zehn vergangenen Monate zu einer der Leitfragen des Kreativprojekts entwickelt hat:
Was sind die Regeln?
Antworten, zunächst, gab es keine. Stattdessen boten die Frauen etwas, das man einen »Muttersprachen-Chor« nennen könnte. Wie sich später herausstellte, ging es bei der zunehmend hitziger werdenden verbalen Auseinandersetzung auf der Bühne darum, welche der Teilnehmerinnen morgens das beste Frühstück zubereitet hatte. Ein vielsprachiges Spiel, aus dem sich eine vermeintliche Balgerei um die besten Plätze auf der Bühne entwickelte.
Sprechen! Auch mit den Körpern!

Doch das war erst der Anfang. Denn aus den zu Beginn des Projekts formulierten »Wegen zur Selbstentfaltung« und dem Erproben kreativer Ausdrucksweisen haben die >>> SABA-Stipendiatinnen eine Reihe unterschiedlichster Expressionen samt dazugehöriger Requisiten entwickelt - häufig auch in Form getanzter, szenisch inszenierter, gesungener oder ins Mikrophon gerufener Fragen und Sätze.
Das reichte vom grundsätzlichen »Wann ist der Mensch gut?« bis hin zu ganz persönlichen Fragen wie »Was habe ich falsch gemacht?«
Womit wir wieder beim Thema wären. Den Regeln. Doch wie entstehen Regeln und wie lässt sich das individuelle Regelwerk des (Zusammen)Lebens szenisch darstellen? Vielleicht sogar als Befreiungsakt? Religion, Liebe, die Gleichberechtigung von Mann und Frau, die Familie, persönliche Entscheidungsfreiheit, Wertschätzung und Respekt vor dem Andersdenkenden, Integration, Rassismus -
Ernste Themen. Doch die Stipendiatinnen brachten ihre Anliegen bei aller Eindringlichkeit mit so viel Humor und Impulsivität auf die Bühne, dass an der Selbstentfaltung kein Zweifel mehr bestehen konnte. Weder auf der Bühne, noch in den Reihen des heftig applaudierenden Publikums.



Drei Fragen an Dorsey Bushnell

Dorsey Bushnell ist Expressive Arts Educator (Ausdruckskunst Pädagogin) und arbeitet seit über 16 Jahren in Schulprojekten, Workshops und fortlaufenden Frauengruppen. Ihr Interesse liegt im Entdecken des persönlichen Ausdrucks über intermodale Arbeit mit Bewegung, Malen und Schreiben. Sie war 12 Jahre lang die Persönliche Assistentin des Choreografen William Forsythe und arbeitet jetzt freiberuflich.
Bushnell ist Mentorin an der HfMDK für das MA CoDE Master of Contemporary Dance Education Program und leitet zusammen mit der Regisseurin und Theaterpädagogin Franziska Geyer das diesjährige >>> SABA-Kreativprojekt »Wege zur Selbstentfaltung«.


Wie gefällt Ihnen die Arbeit mit unseren SABA-Stipendiatinnen?
Das Projekt ist phantastisch! Wir haben von Anfang an sehr intensiv über den kreativen Prozess gesprochen. Zunächst gab es allerdings Verunsicherung darüber, dass Franziska und ich keine inhaltlichen Vorgaben machten. Wir arbeiten mit mehreren kreativen Ausdrucksmitteln.
Ich arbeite intermodal mit Bewegung, Malen und Schreiben und Franziska hat ihre Arbeitstechniken als Schauspielerin und Regisseurin. Die Stipendiatinnen haben dann - auf unsere Anregungen hin - aus diesen Ausdrucksformen die Themen der Aufführung erarbeitet.
Was mir sehr gut gefällt, ist die Entwicklung der Frauen untereinander - wie sie neue Freundschaften geschlossen und die Teamarbeit entdeckt haben.

Können Sie beschreiben, was für besondere Möglichkeiten das Medium Performance den StipendiatInnen bietet?
Sie gewinnen eine große Sicherheit, sich körperlich und sprachlich zu präsentieren. Die Frauen sind auf jeden Fall offener jetzt, nehmen die Herausforderung richtig an. Wir haben immer wieder nach den jeweiligen kulturellen Werkzeugen gefragt und diese in unseren kreativen Prozess integriert: beispielsweise Kinderspiele, Tanz, Poesie und Sprachkultur.
Da entstehen wunderbare cross-kulturelle Momente! This is where I love the term: "Celebrating the difference". Dieses Cross-Over lässt sich mit dem Medium der Performance ganz stark ausdrücken - über die Selbstpräsentation, die Bewegungen, das Schauspiel.
Erproben, Hinterfragen, Wiederholen: darüber erarbeiten wir Selbstsicherheit. Es ist sehr berührend, wenn eine Frau, die über Monate kaum etwas gesagt hat, plötzlich eine Expression findet, die sie mit anderen teilen kann. Darin bestärken wir die Teilnehmerinnen! Aus dem Privaten herauszutreten und ihrer Persönlichkeit eine ausdrucksstarke Form zu geben.

Den Frauen stehen einige sehr nervöse Momente bevor, wenn das im kleinen Rahmen Erarbeitete bei der Abschlusspräsentation öffentlich gezeigt werden soll. Wie wichtig ist der öffentliche Auftritt auf dem Weg zur Selbstentfaltung?
Die ganze Arbeit und der Auftritt im Besonderen - das wird unvergesslich! Franziska und ich haben für die Abschlusspräsentation inzwischen fast alle Ideen aus der Gruppe aufgegriffen.
Der Auftritt ist einfach der Beweis dafür, wie stark man geworden ist. In diesem Moment spüren alle, dass das ÜBEN ÜBEN ÜBEN wirklich etwas gebracht hat. Wie viel man selbst zu dem beigetragen hat, was gerade auf der Bühne passiert - und dass man eine Form des Selbstausdrucks gefunden hat, die andere mitreißen kann! Dieser Triumph macht jedes Lampenfieber wett.



START Österreich - Bewerbungen willkommen!

Noch bis zum 29. Mai 2016 können sich engagierte Schülerinnen und Schüler wieder für >>> START Österreich bewerben. Wir danken allen FreundInnen und UnterstützerInnen von START Österreich, die diese Information an Jugendliche weitergeben, für die das Stipendium interessant sein könnte.
Informationen zur Bewerbung sowie die Unterlagen zum Download gibt es >>> hier.



Foto:

©CF

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Domplatz 3
60311 Frankfurt am Main

Telefon: +49 (0)69 27107950
Fax: +49 (0)69 271079510
info(at)crespo-foundation.de


+++ NEU:
Ab 1. Juni 2016 finden Sie uns unter dieser Adresse:

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Braubachstraße 16
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