
»Das Freiburger Percussionensemble nahm ab 14.06 bis 26.06.2010 an dem Musikfestival »Roaring Hooves« in der Mongolei teil. Dieses Festival verbindet sowohl zeitgenössische und traditionelle Musik, als auch andere Kunstarten wie traditionellen und modernen Tanz oder Mode-Präsentation. Insgesamt wirkte das Ensemble in 16 Konzerten mit verschiedensten Musikern und Tänzern aus der Mongolei, Deutschland, Belgien, Australien und Indonesien mit.
Die Schlagzeugstudenten spielten sowohl Ensemble- als auch Solostücke von Komponisten wie S. Reich, J .Cage, I. Xenakis, R. Kettle, N. Huber und B. Ferneyhough u.a. .
In den 14 Tagen des Festivals wurden drei große Konzerte in der Hauptstadt Ulan Bator gespielt: Das Eröffnungskonzert im National Museum of Mongolia, dann nach einer Woche das »Dinosaurier-Konzert« im Natural History Museum und das Abschlusskonzert im State Academic Drama Theatre. Zwischen den drei Hauptkonzerten fanden kleinere, aber wirklich fabelhafte Konzerte statt: Die Aufführungsorte waren für uns Musiker, aber auch für das Publikum sehr außergewöhnlich..
Die Musiker, Tänzer und Models präsentierten ihr Können in Jurten, auf einer Sanddünne der Wüste Gobi, in Seen wurde musiziert, auch in buddhistischen Klostern, und auch bei der Feier des Naadam Festivals. Das Publikum bestand meistens aus einheimischen Nomaden, Ringkämpfern und Reitern, aber auch aus Bewohnern des Touristischen Camps, buddhistischen Mönchen oder die in einem mit salzigem Heilwasser gefüllten See badenden Menschen. Nicht zu vergessen, dass uns auch Berge, Steppen, Seen, Pferde, die Wüste und das riesige Dschingis Khan-Denkmal belauschten. Außer den Konzerten gab es auch bei Workshops mit Obertongesang, Mongolischem Tanz, und traditionellen mongolischen Musikinstrumenten einen regen Austausch zwischen den Künstlern. Sehr wichtig war für uns die Erfahrung, mit mongolischen Musikern gemeinsam zu arbeiten. Die Begegnung der Neuen und traditionellen Musik funktionierte erstaunlich gut. Wir als Musik Studierende aus Deutschland staunten mit unseren europäischen Ohren genauso über die anderen Klänge, Instrumente und die Schönheit der Mongolischen Traditionen wie die Einheimischen, als sie uns zuhörten. Sehr interessant war folglich auch ein Workshop, wo alle Musiker sich gegenseitig ihre eigenen Instrumente vorstellten und zusammen musizierten.
Als Ensemble haben wir aber nicht nur von dem kulturellen und musikalischen Austausch profitiert. Wenn ein Ensemble dazu fähig ist, ein Stück wie z.B. Drumming von Steve Reich bei brennender Hitze im Wüstensand oder »Music for Pieces of Wood« bis zu den Knien im Wasser stehend zu spielen, wird es vermutlich nie wieder Probleme haben, das Stück in einem schönen Konzertsaal aufzuführen. Wir hatten die Möglichkeit, die vertraute und oft schon gespielte Musik neu zu entdecken. All diese extremen Erlebnisse werden uns sicher in unserem Musikerleben begleiten. Wir werden uns auf jeder Bühne an die Akustik und die besondere Stimmung zwischen den Felsen im Erdene Khamba Kloster erinnern und es wird unser Spiel ganz sicher bereichern.«
(Jonathan Hepfer, Christopher Sande, Teresa Malik, Nicholas Reed und Julian Belli, Freiburger Percussionensemble, Okt. 2010)
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